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Mitteilungen des Förderkreises Sonderheft Mai 2006

Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung
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Fünfzehn Jahre Förderkreis

Aus dem Inhalt

Ein Sonderheft zum Jahrestag
- 15 Jahre Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung
- Zur Erinnerung an die Gründung von SAPMO
- Personalia: Theodor Bergmann 90, Henryk Skrzypczak 80, Jürgen Stroech 75, Günter Benser 75
- Kurt Metschies 70
- Chronik der Jahre 2001 bis 2006


Außerdem gibt es diesen Text auch als PDF zum herunterladen PDF.

15 Jahre Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V.

Günter Benser

Im März 2006 blickt der Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung auf eine anderthalb Jahrzehnte währende Vereinsgeschichte zurück. Nachdem der Förderkreis bereits zu seinem zehnten Jubiläum sein Wirken in einer Chronik (1) dokumentiert hatte, ist nun die Zeit für eine bilanzierende Darstellung seines Entwicklungsweges gekommen.

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Vorgeschichte und Gründe für die Bildung eines Förderkreises
1990 war für eine Reihe von Archiven und Bibliotheken der DDR eine bedrohliche Situation entstanden. Die Existenz so manches Archivs und mancher Bibliothek stand auf dem Spiele, und der Verbleib und die weitere Nutzbarkeit der hier verwahrten Akten und der betreuten Literatur und der zu ihrer Erschließung erarbeiteten aussagekräftigen Findmittel und Kataloge waren ungewiss. Dies traf in besonderem Maße auf das dem Institut für Marxismus-Leninismus (IML) beim Zentralkomitee der SED zugeordnete Zentrale Parteiarchiv (ZPA) und auf die dort verwahrte Bibliothek zu. Beide Einrichtungen, in denen so manche Kostbarkeiten und Unikate aufbewahrt wurden, ergänzten sich und bedingten einander. Im Archiv war das Schriftgut der führenden Partei der DDR aufbewahrt, doch reichten die über 5000 laufende Meter Regalfläche ergebenden archivalischen Überlieferungen bis zu den Anfängen der Arbeiterbewegung zurück. Dazu zählten der Marx-Engels-Bestand, organisationseigenes Schriftgut zur Geschichte der SPD, das Historische Archiv der KPD, Nachlässe verstorbener oder noch lebender Funktionäre der deutschen Arbeiterbewegung einschließlich der SED, Sammlungen mit über 2500 Erinnerungen oder Erlebnisberichten über historische Ereignisse, Schriftgut zur Geschichte der Arbeiterbewegung in der BRD sowie Bild-, Film- und Tondokumente. Die Bibliothek, die zu dieser Zeit ca. 700.000 inventarisierte bibliographische Einheiten und ca. 100.000 unbearbeitete bibliographische Einheiten umfasste, war eine der größten und wertvollsten sozialgeschichtlichen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. Besonders ihr umfangreicher Bestand an Periodika der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung, die große Zahl interner Veröffentlichungen der Parteien und Organisationen, die vielen in Verbotszeiten - besonders während der Zeit des Faschismus - illegal herausgegebenen Schriften, der Fundus an Erstausgaben und anderen Raritäten sowie private Bibliotheken von Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung einschließlich der darin enthaltenen Widmungen, handschriftlichen Anmerkungen fanden auch internationales Interesse. Somit bildeten Archiv und Bibliothek in ihrer Gesamtheit einen unverzichtbaren Fundus für die Erforschung der Geschichte der deutschen und der internationalen Arbeiterbewegung, und sie vereinigten die wichtigsten Quellen zu den schon bald ausufernden Untersuchungen zur DDR-Geschichte. Überdies fußte die damals vom IML Moskau und vom IML Berlin besorgte (dann von einem internationalen Gremium fortgesetzte) Marx-Engels-Gesamt-Ausgabe (MEGA) wesentlich auf den in diesem Archiv und dieser Bibliothek aufbewahrten gedruckten und ungedruckten Quellen.
Wie immer man die Rolle und die Arbeitsergebnisse des Berliner IML bewerten mag - das ist nicht Gegenstand dieser Darstellung -, Archiv und Bibliothek dieses Parteiinstituts waren unbedingt zu erhalten und in die sich neu zusammenfügende deutsche Archiv- und Bibliothekslandschaft einzubringen. Zwar hatte sich das IML bereits Ende 1989 in ein Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung (IfGA) umgebildet, in freier Wahl einen neuen Direktor gewählt und tiefgreifende inhaltliche, strukturelle und personelle Veränderungen eingeleitet, aber auch die Zukunft dieses neuprofilierten IfGA war alles andere als gesichert. (2) Bewahrung und Fortführung dieses Kulturgutes und wissenschaftlichen Erbes mögen heute als eine Selbstverständlichkeit erscheinen, waren es aber in den turbulenten Wendejahren keineswegs. Um das geheimnisumwitterte Archiv brodelte die Gerüchteküche - dazu hatten nicht zuletzt die eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten beigetragen - ein Zustand der sich erst mit der Bildung des Instituts für Geschichte der Arbeiterbewegung, das auf Öffnung und Transparenz setzte, geändert hatte. Die unter Fachleuten unbestrittenen reichen Bestände hatten indes auch viele - überwiegend unseriöse - Begehrlichkeiten geweckt.
Auf der Suche nach einer Lösung für das unter ihrer Obhut befindliche Archiv und die damit verbundene Bibliothek hatten die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) als Nachfolgeorganisation der SED und das ihr zugeordnete Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung im März 1990 Verhandlungen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Bonn Bad Godesberg aufgenommen, die zur Bildung eines paritätischen Vereins Archiv und Bibliothek der Arbeiterbewegung führen sollten. Die PDS war bereit, in eine derartige Institution ihr Archiv und die Bibliothek einzubringen. Obwohl schon konsensfähige Entwürfe einer Vereinssatzung und eines Einbringungsvertrages vorlagen, zogen sich die Verhandlungen in die Länge und drohten zum Erliegen zu kommen. Das Schicksal der wertvollen Überlieferungen war höchst ungewiss; es drohte die Gefahr der Zerstückelung, ja des Untergangs historisch gewachsener Bestände.
So schien es Anfang 1991 geboten, die bereits in den Verhandlungen zwischen PDS/IfGA und Friedrich-Ebert-Stiftung entstandene Idee der Schaffung eines Förderkreises in die Tat umzusetzen. Damit sollte den ins Stocken geratenen Bestrebungen zur Bildung des Vereins Archiv und Bibliothek der Arbeiterbewegung stärkerer Rückhalt aus den Kreisen der Forscher, der Archivare und Bibliothekare des In- und Auslandes verschafft, die konstruktive Diskussion um tragfähige Lösungen befördert und vertrauensstiftend auf Depositare eingewirkt werden.

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Die Gründung des Förderkreises
Ein am 5. und 6. März 1991 vom IfGA mit internationaler Beteiligung durchgeführtes Rosa-Luxemburg-Kolloquium bot eine willkommene Möglichkeit, anwesende Persönlichkeiten für das Unternehmen "Förderkreis" zu gewinnen. Kurz entschlossen luden die neue Leiterin des ZPA Dr. Inge Pardon, der Leiter der Bibliothek Dr. Jürgen Stroech und der Direktor des IfGA Prof. Dr. Günter Benser interessierte Teilnehmer des Kolloquiums zu einer Beratung in Sachen Förderkreis ein. So wurde am 6. März 1991 beschlossen, einen Verein zu gründen, der die Bemühungen um die Bewahrung des Zentralen Parteiarchivs der SED/PDS und der Bibliothek des IfGA unter einer neuen Trägerschaft wirkungsvoll unterstützt. Es wurde die Satzung des Vereins Förderkreis Archiv und Bibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. angenommen. In den Vorstand des Vereins wurden gewählt: Dr. Henryk Skrzypczak (Vorsitzender), Elrun Dolatowski (stellv. Vorsitzende), Lothar Hornbogen (Kassenwart), Prof. Dr. Hermann Weber (Beisitzer) Dr. Helmut Trotnow (Beisitzer), Prof. Dr. Klaus Kinner (Kassenprüfer), Dr. Ulrich Catarius (Kassenprüfer). Zu den Mitbegründern gehören ferner Prof. Dr. Günter Benser, Prof. Dr. Heinrich Gemkow, Prof. Narihiko Ito, Dr. Jürgen Stroech. Als Vorstandsberater stellen sich in den folgenden Monaten zur Verfügung: Prof. Dr. Dr. Francis L. Carsten (London), Prof. Dr. Jakow S. Drabkin (Moskau), Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Engelberg (Berlin), Prof. Dr. Harold Hurwitz (Berlin/South Wellfleet, Mass.), Prof. Dr. Helmut Konrad (Graz), Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Kuczynski (Berlin), Prof. Wolfgang Leonhard (Manderscheid/Eifel), Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Markow (Leipzig), Hofrat Dr. Dr. h.c. Rudolf Neck (Wien), Prof. Dr. Masao Nishikawa (Tokio), Prof. Dr. Feliks Tych (Warschau). Auch Prof. Dr. Theodor Bergmann unterstützte die Anliegen des Förderkreises und trat ihm bei.
Mit einer solchen Fülle von Namen soll der Leser künftig nicht mehr konfrontiert werden, doch schien es geboten, an dieser Stelle das breite - auch internationale - Interesse an diesem Archiv und an dieser Bibliothek hervorzuheben und wenigsten einige jener angesehenen Historiker, Archivare und Bibliothekare zu würdigen, die sich für deren Erhalt eingesetzt haben. Mit Fug und Recht läßt sich festhalten, dass sich im Förderkreis früher als damals üblich, sachkundige und engagierte Leute aus Ost und West zu gemeinsamem Handeln zusammengefunden hatten, wofür dem ersten Vorsitzenden des Vereins Dr. Henryk Skrzypczak ein besonderes Verdienst zukommt.
Als vordringlichster Vereinszweck war in der Satzung des Förderkreises hervorgehoben: "Die gemeinsam zwischen Vertretern der PDS und der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. beabsichtigte Gründung eines parteipolitisch neutralen, wissenschaftlichen Trägervereins, in den das Archiv und die Bibliothek im Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung (IfGA) eingebracht werden, fördernd zu begleiten" und die Geschlossenheit der derzeitigen Bestände in Berlin zu sichern. Zugleich wollte der Verein das Erbe der Arbeiterbewegung pflegen und die Interessen von Nutzern des Archivs und der Bibliothek vertreten. Mitglieder des Vereins konnten juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts oder andere Unternehmen und natürliche Personen sein, die bereit sind, den Vereinszweck zu fördern. In der Praxis blieb es jedoch bei individuellen Mitgliedschaften. Die Modalitäten des Vereinslebens entsprechen den üblichen durch das Vereinsrecht grundsätzlich vorgegebenen Regularien gemeinnütziger Vereine. Am 8. Januar 1992 wurde der Förderkreis beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter der Nummer 11689 Nz ins Vereinsregister eingetragen. In den letzten Jahren wurde dem Förderkreis regelmäßig vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit bestätigt.

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Die ersten Schritte des Förderkreises
Die erste - von März 1991 bis März 1992 reichende - Entwicklungsperiode des Förderkreises war die dramatischste und auch gewichtigste Etappe der Vereinsgeschichte. Sie beginnt mit der Vereinsgründung und endet mit der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO-BArch).
Nach kurzer Zeit zählte der Förderkreis über 300 Mitglieder, unter ihnen Depositare, Wissenschaftler, Archivare und Bibliothekare aus zahlreichen europäischen und außereuropäischen Staaten. Er schaltete sich in die Auseinandersetzungen um die Herausbildung neuer Strukturen im Archiv- und Bibliothekswesen ein. Da sich bald herausstellte, dass nicht nur die im IfGA behüteten Bibliotheks- und Archivbestände gefährdet waren, sondern zahlreiche Überlieferungen mit DDR-Provenienz unterzugehen drohten, sah sich der Förderkreis in einer generellen Verantwortung. Dem trug er auch dadurch Rechnung, dass er am 16. November 1991 auf seiner ersten Jahresmitgliederversammlung seinen Vereinsnamen erweiterte und sich nun Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung nannte. Er war bemüht, die staatlichen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger in die Pflicht zu nehmen, berechtigte Anliegen von Einbringern und Mitarbeitern der betroffenen Archive und Bibliotheken zur Geltung zu bringen und Interessen von Forschern und Publizisten zu vertreten. Zur Information der Mitglieder und mit Blick auf eine breitere Öffentlichkeit begann der Verein mit der Herausgabe von "Mitteilungen des Förderkreises", deren erste Nummer im März 1992 erschien. Diese "Mitteilungen", in denen seit 1995 auch die Protokolle der Jahresmitgliederversammlungen und seit 1997 die jährlichen Geschäftsberichte des Vereins abgedruckt sind, werden an die Mitglieder kostenlos versandt. Von anderen Interessenten, zu denen inzwischen eine Reihe renommierter Bibliotheken und Forschungsinstitute gehören, können sie gegen Erstattung der Schutzgebühr und der Versandkosten bezogen werden.
Orientiert an Traditionen und Gepflogenheiten der Arbeiterbewegung, Modelle skandinavischer Länder vor Augen, favorisierte der Förderkreis in seinen Bemühungen um die Rettung des im IfGA angesiedelten Zentralen Parteiarchivs der SED und der Bibliothek ursprünglich eine öffentlich-rechtliche Lösung, wie sie in Absprachen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung auf gutem Wege zu sein schien. Dieses Projekt kam jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Ausführung. Nur andeutungsweise sei hier erwähnt, welche Argumente damals vorgetragen wurden : Obwohl sachkundige Abwägungen dagegen sprachen, vertraten einflussreiche Personen aus Politik und Wissenschaft den Standpunkt, angesichts der dominanten Stellung der SED im Staate DDR handle es sich bei deren Überlieferungen nicht um Organisations- sondern um staatliches Schriftgut, das rechtmäßig dem Bund zufalle, weshalb die PDS keine Eigentumsrechte besitze und ihr auch keinerlei Mitspracherecht zukomme. Nach solchen Interpretationen hatte die vom Förderkreis unterstützte Bildung eines paritätischen Vereins Archiv und Bibliothek der Arbeiterbewegung keinerlei Chance. In der SPD wuchsen offenbar die Bedenken gegen eine Konstruktion, die eine vertragliche Vereinbarung mit der PDS erforderte. Zudem wurde immer deutlicher, dass ein Archiv und eine Bibliothek dieser Dimension einen Finanzbedarf hatten, wie er eigentlich nur vom Staatshaushalt geschultert werden konnte.
Der Förderkreis sah seine vordringliche Aufgabe darin, in Wort und Schrift, auf Pressekonferenzen, in Denkschriften und durch Einladung von Abgeordneten des Deutschen Bundestages und anderen Entscheidungsträgern gegen die sich immer wieder offenbarende Unkenntnis des Charakters und des Wertes des umstrittenen Archivs und der Bibliothek anzugehen, über deren Sein oder Nichtsein die Entscheidung letztlich bei ihnen lag. Erwähnt sei die Pressekonferenz des Förderkreises vom 8. April 1991. In ihrem Gefolge besuchte der Berliner Korrespondent der einflussreichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung Archiv und Bibliothek. In einem viel beachteten Artikel, der zur Versachlichung der Debatte beitrug, plädierte Peter Jochen Winters für den Erhalt von Archiv und Bibliothek in Berlin. Als sehr hilfreich erwies sich, dass sich der damalige Präsident des Bundesarchivs Prof. Dr. Friedrich P. Kahlenberg und sein Stellvertreter Dr. Klaus Oldenhage, der die von der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesministerium des Innern (UKPV) eingerichtete Projektgruppe Archive leitete und auch im Förderkreis mitwirkt, den engen, sich gegenseitig ergänzenden Zusammenhang von Archiv und Bibliothek und deren Sammlungen erkannten und sich stets für sachgerechte Lösungen engagierten. So konnte auch die abwegige Vorstellung widerlegt werden, die Bestände des Archivs ließen sich trennen in Organisationsschriftgut im engeren Sinne und in Schriftgut, das seinem Charakter nach staatliches Schriftgut sei und mithin nun per Einigungsvertrag der Bundesrepublik gehöre. Der Förderkreis darf sich anrechnen, dass seine beharrliche Aufklärungsarbeit erheblich dazu beigetragen hat, realitätsferne, von politisch-ideologischen Motiven geleitete Vorstöße abzuwehren. Der Schaden, der durch das Auseinanderreißen historisch gewachsener Überlieferungen und genetisch miteinander verbundener Bestände für das Archiv- und Bibliothekswesen und damit für die historische Forschung entstanden wäre, lässt sich nicht ermessen.
Nach einer Anhörung im Innenausschuss des Deutschen Bundestages, auf der auch der Vorsitzende des Förderkreises seinen Standpunkt begründen und seine Argumentation vortragen durfte, wurde eine Konstruktion gefunden, die sich letztendlich durchsetzte und bis zur Stunde bewährt: eine unselbständige Stiftung unter Verwaltung des Bundesarchivs. Am 23. Januar 1992 nahm der Deutsche Bundestag den Entwurf des Gesetzes zur Änderung des Bundesarchivgesetzes an, das am 13. März 1992 ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet wurde. Es sah die Errichtung der "Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv" als eine unselbständige Stiftung des öffentlichen Rechts durch Erlass des Bundesministers des Innern vor. Damit war den Bestrebungen und Aktivitäten des Förderkreises eine neue, gesetzlich verbindliche Grundlage gegeben. Wenn in den Turbulenzen des deutschen Einigungsprozesses auf diesem Felde der Auseinandersetzung nicht politische Borniertheit, Unverstand oder Raffgier obsiegten, sondern tragfähige, sich in der Praxis bewährende Lösungen gefunden wurden, so hat der Förderkreis zu diesem Erfolg sein Teil beigetragen.
Nach und nach fanden über Einbringungsverträge die Archive der SED, der NDPD, der DBD und der meisten Massenorganisationen der DDR - so vor allem des FDGB, der FDJ, des DFD, der VdgB, der DSF, des Kulturbundes und des Nationalrates der Nationalen Front - Eingang in die Stiftung wie auch die mit ihnen eng verbundenen Bibliotheken. Hingegen gelangten das Archiv der CDU (Ost) handstreichartig nach St. Augustin in das Archiv für Christlich-Demokratische Politik in der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, das Archiv der LDPD nach Gummersbach in das Archiv des Deutschen Liberalismus in der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.
Aufnahme in die Stiftung - und auch dafür hatte sich der Förderkreis beharrlich eingesetzt - fand auch die im Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung verwahrte Bibliothek. Dass eine derartig große Bibliothek in das Bundesarchiv gelangte, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit, denn strenggenommen überstieg dies Zuständigkeit und Aufgaben eines Archivs. Gleichwohl hat sich diese Entscheidung als richtig und günstig erwiesen. Die in der SAPMO-BArch zusammengeführten Bibliotheken und Sammlungen nehmen mittlerweile die Stellung einer Art Zentral- und Leitbibliothek für das gesamte Bundesarchiv ein. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Bestände erschließen sich günstige Möglichkeiten, kombiniert in Akten wie in Amts- und Organisationsschriften zu recherchieren und diese an einem Ort einzusehen.
Wiederholt sah sich der Förderkreis mit der Tatsache konfrontiert, dass das umstrittene Zentrale Parteiarchiv in eine Weise in die politischen Auseinandersetzungen hineingezogen wurde, die einer sachgerechten Entscheidung über seinen künftigen Platz überaus abträglich war. Als die politische Strafverfolgung von Amtsträgern der DDR einsetzte, verstand es sich von selbst, dass die Staatsanwaltschaft für ihre Anklagen - wie berechtigt sie immer auch sein mochten - Dokumente aus dem Zentralen Parteiarchiv heranzog. Und die Leitung dieses Archivs unterstützte die Recherchen der Ermittler nach bestem Wissen und Gewissen. Obwohl diese seit Monaten in einem eigens für sie eingerichteten Arbeitsraum tätig waren und alle sie interessierenden Materialien vorgelegt bekamen, wurde eine provokative Aktion gestartet, die sich nur als politische Einschüchterungskampagne erklären läßt und in der Geschichte des Archivwesens ohne Beispiel ist. In den frühen Morgenstunden des 31. März 1992 besetzten drei Hundertschaften Polizei und 50 Kriminalbeamte das Gebäude des IfGA und des Verbundes Archiv/Bibliothek/Technische Werkstätten in der Wilhelm-Pieck-Straße 1, angeblich um 15 Staatsanwälten, die doch längst über jeden gewünschten Zugang verfügten, die Suche nach Belastungsmaterial für Prozesse gegen die politische Führung der DDR zu ermöglichen. Im Namen des Förderkreises verurteilte dessen Vorsitzender Dr. Henryk Skrzypczak diesen Willkürakt aufs schärfste und richtete in Protestschreiben an den Bundespräsidenten, die Präsidentin des Bundestages und den Bundeskanzler die dringende Bitte um Intervention.
Auseinandersetzungen um die Ausgestaltung der neuen Strukturen und um Einflussmöglichkeiten des Förderkreises

In der folgenden Entwicklungsetappe, die sich bis in das Jahr 1994 hinzog, war der Förderkreis bemüht, seine Überlegungen in die Entstehungsphase der neuen Stiftung einzubringen. Es ging ihm nicht nur um die Bewahrung der Bestände, sondern auch um deren Nutzbarkeit. Im Archivbereich richtete sich das Interesse der Mitglieder des Förderkreises vor allem auf den generellen Zugang zu allen Akten ohne Sperrfristen, in der Hoffnung, dass dies auch auf andere Überlieferungen ausstrahlen werde, damit die Geschichte der deutschen Zweistaatlichkeit auf einer umfassenden Quellengrundlage erforscht werden kann. Die Ost-West-Schieflage im Zugang zu den Quellen besteht jedoch trotz dieser Bemühungen bis heute fort. Für die Bibliothek ging es vor allem darum, diese nicht als abgeschlossene Archivbibliothek zu behandeln, sondern ihr auch Mittel für Neuerwerbungen in den traditionellen Sammelgebieten und für die Wahrnehmung neu hinzukommender Aufgaben zur Verfügung zu stellen.
Das besondere Engagement des Förderkreises galt den Mitarbeitern des Verbundes Archiv/Bibliothek/Technische Werkstätten. Dies geboten sowohl das soziale Gewissen der Mitglieder des Förderkreises als auch die Überzeugung, dass Bibliothek und Archiv nur dann effektiv zu arbeiten vermögen, wenn sie weiterhin von kompetenten, mit den Beständen und deren Geschichte vertrauten Archivaren und Bibliothekaren betreut werden. Da die verantwortlichen Vertreter des Innenministeriums und des Bundesarchivs diesen Standpunkt grundsätzlich teilten, konnte für zahlreiche Mitarbeiter des Verbundes Archiv/Bibliothek/Technische Werkstätten ein Arbeitsplatz in der nun in Aktion tretenden Stiftung gesichert werden. Trotz des Engagements des Vereins gelang es indes nicht, der Leiterin des Archivs, Dr. Inge Pardon, von der die Initiative zur Gründung des Förderkreises ausgegangen war und ohne deren unermüdlichen Einsatz die wertvollen Bestände einer ungewissen Zukunft ausgeliefert worden wären, einen ihr gebührenden Platz in den Strukturen der Stiftung zu sichern.
Wenig Erfolg zeitigten die Bemühungen des Förderkreises, sich mit einem Sitz im Kuratorium und im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung zu verankern. Obwohl sich der Förderkreis, wie von verschiedenen Seiten wiederholt anerkannt worden ist, Verdienste um die Rettung und Bewahrung von Archiven und Bibliotheken erworben hatte, zeigte ihm der damalige, für die Stiftung zuständige Bundesminister des Innern, Manfred Kanther, die kalte Schulter. Allerdings sind über andere Delegierungen und Berufungen Personen in die Gremien der Stiftung gelangt, die dem Förderkreis als Mitglieder angehören.
In diese Entwicklungsperiode fällt auch die Wahl eines neuen Vereinsvorsitzenden. Dr. Henryk Skrzypczak, der den Förderkreises in seiner schwierigsten und angespanntesten Phase geleitet hat, bat um Entlastung, um sich wieder stärker anderen Anliegen widmen zu können, stellte sich aber dem Verein als Vorstandsberater weiterhin zur Verfügung. Die Jahresmitgliederversammlung vom 12. Dezember 1992 trug diesem Wunsch ihres verdienstvollen ersten Vorsitzenden Rechnung und wählte Prof. Dr. Günter Benser zu seinem Nachfolger. Es gelang in der Folgezeit einen Vorstand von langjähriger Stabilität zu bilden, mit Sigrid Kleinschmidt als stellvertretende Vorsitzende, Elisabeth Ittershagen als Kassenverantwortliche, Heinz Sommer (gefolgt von Dr. Eckhard Müller) und Ottokar Luban als Schriftführer und mit bewährten Beisitzern wie Sylvia Gräfe, Kurt Metschies und Dr. Jürgen Stroech, zu denen später Eduard van der Wal, Dr. Rainer Holze und vorübergehend Daniel Küchenmeister, der nun auf andere Weise den Förderkreis unterstützt, stießen.
Am 12. Oktober 1993 erfolgte die Amtseinführung des Direktors der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv Dr. Konrad Reiser. Dieser signalisierte sein Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Förderkreis. So konnten schon bald die Grundsteine für eine vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit zwischen SAPMO-BArch und Förderkreis gelegt werden. Damit ergab sich auch die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Bundesarchivs ein Vereinszimmer zu beziehen und eine entsprechende Vereinsanschrift auszuweisen. Vor allem in der Startphase der Stiftung engagierte sich der Förderkreis, um zwischen der Stiftung und den Einlegern von Nachlässen oder auch Vorlässen eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Wenn dies ist in erfreulichem Maße erreicht werden konnte, so ist dies nicht zuletzt der Tatsache zu danken, dass die Vertreter des Förderkreises im Präsidenten des Bundesarchivs und im Direktor der Stiftung aufgeschlossene Partner fanden.

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Bleibende Aufgaben des Förderkreises und Schwerpunkte seiner Tätigkeit

Mit der Konsolidierung der Stiftung trat der Förderkreis in seine dritte, bis heute währende Entwicklungsetappe ein. Das wichtigste Anliegen des Vereins - die Bewahrung und Fortführung von Archiven und Bibliotheken - hatte eine vertretbare Erfüllung gefunden. So stellte sich die Frage, ob der Förderkreis seine Mission als beendet betrachten und sich auflösen, oder ob er fortbestehen sollte. Bereits auf seiner 3. Jahresmitgliederversammlung vom 4. Dezember 1993 hatten sich die Versammlungsteilnehmer mehrheitlich für den Fortbestand und die Aktivierung des Förderkreises ausgesprochen, um über die Einhaltung der getroffenen Regelungen zu wachen, das Vertrauensverhältnis zwischen Einlegern und Stiftung zu befördern, die Interessen von Mitgliedern und anderen Nutzern von Archiv und Bibliothek zu vertreten sowie durch Öffentlichkeitsarbeit zur Verbreitung neuer Forschungsergebnisse beizutragen. Diese Position wurde von der 9. Jahresmitgliederversammlung am 8. April 2000 bekräftigt. Zwar ist die Zahl der Mitglieder im Laufe der Jahre spürbar geschrumpft, aber der Kern der ehrenamtlich Tätigen hat zu jeder Zeit dafür gesorgt, dass der Verein seinen selbstgestellten Aufgaben gerecht und sein Bekanntheitsgrad vergrößert wird. So konnten auch die anfangs bewusst niedrig angesetzten Mitgliedsbeiträge aufrechterhalten werden. Sie betragen zur Zeit 12 Euro im Jahr.
In den letzten Jahren konzentrierte sich die Tätigkeit des Förderkreises auf solche Felder wie Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung von Belangen von Archiven, Bibliotheken und deren Nutzern, Zusammenarbeit mit der SAPMO-BArch und Kontakte zu anderen Vereinen.
Der Öffentlichkeitsarbeit dienen vor allem die "Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung", die zweimal jährlich, und zwar im März und September, in der Regel im Umfang von 32 Seiten erscheinen. Während die ersten Nummern den turbulenten Entwicklungen der sogenannten Wendezeit Rechnung trugen und bestrebt waren, operativ in anstehende Auseinandersetzungen einzugreifen, hat sich später eine regelmäßige Information und Berichterstattung in folgenden festen Rubriken bewährt: Leitartikel - Archive und Bibliotheken - Übersichten und Findhilfsmittel - Tagungen und Konferenzen - Aus dem Vereinsleben - Vorträge - Buchbesprechungen und Literaturhinweise.
In der Rubrik Archive und Bibliotheken wurden im Laufe der Jahre eine stattliche Anzahl einschlägiger Archive und Bibliotheken des In- und Auslands vorgestellt beziehungsweise über Neuzugänge in deren Beständen berichtet oder auch deren existentielle Gefährdungen signalisiert. Bis einschließlich Nr. 29 berichteten die "Mitteilungen" über mehr als 60 Archive und Bibliotheken der Bundesrepublik sowie über entsprechende Einrichtungen aus 13 europäischen und 3 außereuropäischen Ländern. Regelmäßig wurde - gestützt auf die dem Kuratorium der Stiftung vorgelegten Berichte des Direktors beziehungsweise der Direktorin der SAPMO-BArch - über Bestandszugänge, über Erschließungsarbeiten, Digitalisierung und Internetpräsentation informiert. Zunehmend hat sich der Förderkreis bemüht, kleinere, meist ehrenamtlich arbeitende Bewegungsarchive bekanntzumachen, in denen es mitunter keine scharfe Trennung zwischen gedruckten und ungedruckten Quellen gibt.
In letzter Zeit musste der Förderkreis leider oft über Archive und Bibliotheken in Not berichten. Er hat sich wiederholt an jene Behörden gewandt, die durch den Entzug von Mitteln die Existenz kleinerer, aber in ihrer Spezifik unersetzbarer Archive mit Bibliotheken aufs Spiel gesetzt haben. So weit der Förderkreis überhaupt eine Antwort erhielt, fiel diese negativ aus. Das soll aber den Verein nicht davon abhalten, seine Stimme immer wieder zu erheben, wenn er sich auch hinsichtlich des Echos keinen Illusionen hingibt.
Regelmäßig informieren die Mitteilungen in von Kurt Metschies erarbeiteten Übersichten über Mitteilungsblätter, Kurzbestandsübersichten und Findbücher von Archiven der neuen Bundesländer und Berlins, von denen mittlerweile bereits die Folge XXI vorliegt. Besonderes Interesse verdient auch die seit Jahren publizierte, von Ljudmila A. Lykowa erarbeitete und von Renate Leuschner übersetzte Zusammenstellung von Tagesordnungspunkten des Politbüro des Zentralkomitees der KPdSU (B) zur deutschen Frage, die sich über die Jahre 1920 bis 1939 erstrecken und ihre Fortführung bis zum Jahre 1952 finden werden.
Seit dem Jahre 2001 bemühte sich der Förderkreis, die zum Erliegen gekommene Arbeit an dem Großprojekt "Inventar zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in den staatlichen Archiven der Bundesrepublik Deutschland" neu zu beleben oder zumindest vorliegende Ausarbeitungen beziehungsweise Typoscripte benutzbar zu machen. Vertreter des Vorstands verschafften sich einen Überblick über den Stand der teilweise schon weit gediehenen Entwürfe und führten Verhandlungen mit bisher Zuständigen und potentiell Interessierten. Nach jahrelangen Bemühungen vor allem des Vorstandsmitgliedes Kurt Metschies, musste leider konstatiert werden, dass dem Bestreben des Förderkreises der Erfolg versagt geblieben ist. Ein großzügig begonnenes Projekt, in das viel Zeit und Geld investiert wurde, ist - wie es scheint - für immer verebbt.
Die zweite Säule der Öffentlichkeitsarbeit bildet eine Vortragsreihe, die gemeinsam mit der SAPMO-BArch und der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft in den Räumlichkeiten des Bundesarchivs, Berlin-Lichterfelde, veranstaltet wird. Seit Juni 1994 wird in jedem Quartal ein Vortrag geboten, vor allem über Forschungsergebnisse, die sich auf die Auswertung von Beständen des Archivs und der Bibliothek der SAPMO-BArch stützen. Das Spektrum der Themen reicht chronologisch von den Anfängen der Arbeiterbewegung bis zur Gegenwart, inhaltlich von der politischen Geschichte bis zur Sozial- und Kulturgeschichte. Ein beträchtlicher Teil der Vorträge ist biographisch angelegt. Auch nutzten wiederholt Forscher die Möglichkeit, ihre Projekte oder Neuerscheinungen vorzustellen. Angeregt durch den Förderkreis kam im Jahr 2005 erstmals auch ein ausländischer Wissenschaftler zu Wort. Seit September 1997 wird in den "Mitteilungen" - in der Regel in Form eines resümierenden Autorreferats - über diese Vorträge berichtet.
Auch die Jahresmitgliederversammlungen des Förderkreises werden seit 1994 mit Informationsveranstaltungen eingeleitet, für die angesehene Experten als Referenten gewonnen werden konnten. So sprachen unter anderen der inzwischen in den Ruhestand getretene Präsident des Bundesarchivs Prof. Dr. Friedrich P. Kahlenberg über aktuelle und perspektivische Probleme des Bundesarchivs und später zur Erinnerungskultur, der damalige Vizepräsident des Bundesarchivs Dr. Siegfried Büttner über die Zusammenführung von Beständen des Bundesarchivs in den Abteilungen Reich und DDR, der Direktor der SAPMO-BArch Dr. Konrad Reiser über Anliegen und Probleme der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv, seine Nachfolgerin Prof. Dr. Angelika Menne-Haritz über die Präsentation der Stiftung im Internet, Archivrätin Dr. Regina Rousavy über Bestände des Berliner Landesarchivs zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Dr. Uwe-Jörg Fischer über das Rundfunkarchiv, Standort Potsdam-Babelsberg, Andreas Ludwig über das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt, Prof. Dr. Friedhilde Krause über das Handbuch der historischen Buchbestände.
Der Förderkreis unterhält Kontakte zu einer Reihe von Vereinen, die auf vergleichbaren Feldern tätig sind beziehungsweise eine spezielle Beziehung zur Geschichte der Arbeiterbewegung haben. Zu nennen sind außer der schon erwähnten Johannes-Sassenbach-Gesellschaft e.V. der Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. und der Förderkreis Erinnerungsstätte der Deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V. Zu besonderem Dank ist der Förderkreis dem Verein Helle Panke zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V. verpflichtet, der seit einigen Jahren den kostengünstigen Druck der "Mitteilungen" ermöglicht.
Auch in internationalen Organisationen wirkt der Förderkreis aktiv als Mitglied mit, so in der ITH (International Conference of Labour and Social History) und in der IALHI (International Association of Labor History Institutions). Über die alljährlich stattfindenden Konferenzen dieser weltweit wirkenden Vereinigungen wird in den "Mitteilungen" regelmäßig berichtet. Auch zur Internationalen Rosa-Luxemburg-Gesellschaft bestehen enge Beziehungen.
Nachdem sich gezeigt hat, dass auch im Internet zunehmend Verweise auf unseren Förderkreis zu finden sind, beauftragte die 14. Jahresmitgliederversammlung den wiedergewählten Vorstand, die Möglichkeit einer eigenen Internetpräsentation zu prüfen. Dieser Auftrag wurde zügig realisiert. Am 24. August 2005 stellte der Förderkreis unter www.fabgab.de eine eigene Website ins Internet ein. Sie enthält neben einer knappen Vorstellung des Vereins und seinen einschlägigen Daten die Satzung, das Veranstaltungsprogramm, Hinweise auf den Inhalt der neueren Hefte der "Mitteilungen", den letzten Geschäftsbericht und eine Dokumentation von Statements und Interventionen des Vereins. Außerdem lässt sich ein Aufnahmeantrag ausdrucken.

So schaut der Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. nunmehr auf einundeinhalb Jahrzehnte intensiver und produktiver Arbeit zurück, durch die er sich einen festen Platz in der mit Archiven und Bibliotheken verbundenen und der Geschichte der Arbeiterbewegung verpflichteten deutschen Vereinslandschaft erworben und in Fachkreisen auch einen internationalen Bekanntheitsgrad erlangt hat. In einschlägigen Verzeichnissen von Einrichtungen, Institutionen und Vereinen aufgeführt, ist der Förderkreis nicht selten als Ansprechpartner gefragt. Der Vorstand ist sich dennoch bewusst, dass die Zukunft des Förderkreises nicht nur vom Engagement seiner aktiven Vereinsfunktionäre und der sie unterstützenden Mitglieder abhängt, sondern längerfristig nur gesichert ist, wenn es gelingt neue, jüngere Mitstreiter zu gewinnen, die das begonnen Werk weiterführen.
Allen, die sich dem Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung verbunden fühlen und sein Wirken als Mitglieder oder Wegbegleiter gefördert haben, sei an dieser Stelle der Dank ausgesprochen.


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(1)
Diese Chronik der Jahre 1991 bis 2001 ist veröffentlicht als Anhang zu Nr. 19 der Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung vom März 2001. Ihre Weiterführung für die Jahre 2001 bis 2006 wird in diesem Sonderheft abgedruckt.



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Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung e.V.     www.fabgab.de

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