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Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte
der Arbeiterbewegung e.V.
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DokumenteAn dieser Stelle finden Sie ausgewählte Dokumentationen des Förderkreises:(siehe auch Publikationen und Tätigkeitsberichte.) Archivare und Bibliothekare der ArbeiterbewegungEin Projekt unseres FörderkreisesZum ersten Male hat unser Förderkreis außerhalb seiner „Mitteilungen“ eine Publikation veröffentlicht. Dem Auftrag der Jahresmitgliederversammlung vom 13. Mai 2006 nachkommend, wurde die dem 15. Jahrestag der Vereinsgründung und dem 80. Geburtstag des Gründungsvorsitzenden Henryk Skrzypczak gewidmete Festsitzung dokumentiert und mit Beigaben des Jubilars sowie Zeugnissen aus der Frühzeit unseres Förderkreises angereichert. Die vom Verlag Edition Bodoni einfühlsam gestaltete, allen Mitgliedern zugestellte Festschrift hat viel Anerkennung gefunden, so daß sich sagen läßt: Die hierfür eingesetzten Vereinsmittel sind gut angelegt. Dies ermutigt uns, darüber nachzudenken, ob sich unser Verein nicht die Aufgabe stellen sollte, zu gegebener Zeit erneut eine Veröffentlichung anzusteuern, deren Thematik sich organisch aus unseren Vereinszwecken und -zielen ergibt. Es ließe sich eine Lücke in der Literatur schließen, und es stünde unserem Verein gut zu Gesicht, wenn wir uns der meist wenig beachteten Archivare und Bibliothekare der Arbeiterbewegung annehmen würden, die sich um die Sammlung, Bewahrung und Erschließung der schriftlichen Überlieferungen der Arbeiterorganisationen verdient gemacht und somit unverzichtbare Voraussetzungen für das kollektive Gedächtnis der Bewegung, für Forschung und Traditionspflege geschaffen haben. Erste konzeptionelle Überlegungen – diskutiert in der Vorstandssitzung vom 14. Juni d.J. – ergaben, daß wir eine Sammlung von Porträts ansteuern sollten, mit denen die Leistungen von Personen, die als Archivare und Bibliothekare der Arbeiterbewegung wirkten, gewürdigt werden – verbunden mit ihrer Lebensgeschichte und eingeordnet in die jeweilige historische Situation der Bewegung. Der ungleiche Stand biographischer Forschungen, die unterschiedliche Quellenlage sollten kein Hinderungsgrund sein, und ein mögliches Gefälle in der Dichte der Darstellungen wäre in Kauf zu nehmen. Individuelle Handschriften der Autoren sind erwünscht, denn es wird kein lexikalisches Nachschlagewerk angestrebt. Eine realistische Einschätzung unserer Möglichkeiten gebietet es, dieses Unternehmen auf die deutschsprachige Arbeiterbewegung zu beschränken. Das schließt nicht aus, ausländische Vertreter, die sich um die Bewahrung oder Rettung der Überlieferung der deutschen Arbeiterbewegung verdient gemacht haben, mit einzubeziehen. Schon ein erstes Nachdenken ergab eine Liste mit zwei Dutzend Namen, die von Julius Motteler über Paul Kampffmayer, Johannes Sassenbach und Paul Mayer bis zu Bruno Kaiser reicht und inzwischen erheblich angewachsen. So ergeht von hier aus der Appell an alle unsere Mitglieder und an alle Sachkundigen, dieses Projekt zu unterstützen. Teilen Sie uns Ihre Vorstellungen zur Anlage solch einer Veröffentlichung mit! Geben Sie uns Hinweise auf ungedruckte Quellen und versteckte Veröffentlichungen! Helfen Sie uns, den Kreis der zu porträtierenden Personen abzustecken und Autoren zu finden! (kompletten Text als PDF Dokument zum herunterladen zurück nach oben Zum 60. Jahrestag der BefreiungSeinen mündlichen Kommentar zum Geschäftsbericht für das Vereinsjahr 2004 leitete der Vorsitzende des Förderkreises mit Gedanken zum 60. Jahrestag der Befreiung ein, die wir hier wiedergeben. Ein Verein, der „Arbeiterbewegung“ im Wappen führt, sollte im Frühjahr 2005 eine Jahreshauptversammlung nicht beginnen, ohne jener Ereignisse zu gedenken, die sich am 8. Mai zum sechzigsten Male jähren. Nicht nur weil die auf Archive und Bibliotheken gestützte Forschung, die wir auf unsere Weise zu unterstützen suchen, sich immer wieder dieser Thematik zuwendet, sondern mehr noch, weil uns eine politische Kultur am Herzen liegt, die sich einem würdigen - Schuld und Verantwortung nicht verdrängenden - Gedenken verpflichtet fühlt. Die in der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands kulminierende Befreiung vom Faschismus war und ist herausragendes Schlüsselereignis des vorigen Jahrhunderts, und sie wurde zum prägenden Grunderlebnis zweier Generationen. Wie vielfältig und widersprüchlich die individuellen Erfahrungen und die Erinnerungen an Geschehnisse jener Zeit auch sein mögen - die historische Dimension des Mai 1945 steht für alle zu kritischem Nachdenken bereiten Menschen außer Frage. Gleichwohl beobachten wir – mit dem Näherrücken des Datums 8. Mai zunehmend stärker – drei so oder so betroffen machende Tendenzen im Umgang mit diesem Jahrestag. Entgegen allen Bestrebungen, das Epochenjahr 1945 herunterzuspielen, die Auseinandersetzungen um die Verbrechen des deutschen Faschismus zu verdrängen und einer Schlußstrichmentalität Geltung zu verschaffen, sind der 8. Mai 1945 wie die ihm vor- und nachgelagerten historischen Daten in beeindruckendem Maße in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Nach allem was vorausgegangen war, nach den historisch beispiellosen Untaten des faschistischen Großdeutschen Reiches konnte der 8. Mai für die Deutschen nicht die große Stunde der Freiheit bringen, wohl aber die Befreiung auch der Deutschen. Denn befreit wird man immer von etwas oder aus etwas, im konkreten Fall von der faschistischen Gewaltherrschaft, von deren Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschheit, von der Kriegsfurie, von der existentiellen Bedrohung des menschlichen Zivilisation, von den Wahngebilden und Exzessen der Rassenfanatiker und Welteroberer. Man kann es drehen und wenden, wie man will - wer Befreiung nicht gelten läßt oder bis zur Unkenntlichkeit relativieren möchte, an dessen Ablehnung des Naziregimes sind Zweifel angesagt, dessen Stellung zu deutscher Schuld und Verantwortung müssen hinterfragt werden. Ich denke, dies sind Standpunkte und Überzeugungen, welche die Gründer unseres Vereins - ausgesprochen oder unausgesprochen – miteinander verbanden und von denen wir uns in unserer nunmehr anderthalb Jahrzehnte währenden Tätigkeit haben leiten lassen. Daran auf unserer heutigen Versammlung zu erinnern, schien mir eine dem Vorsitzenden des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung zukommende Verpflichtung zu sein. Mitteilungen des Förderkreises Nr. 28. zurück nach oben Schreiben an den BundestagspräsidentenSehr geehrter Herr Bundestagspräsident, unser Förderkreis hat sich die Aufgabe gestellt, alle Bestrebungen zu unterstützen, um Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung und anderer sozialer Bewegungen geschlossen zu erhalten, sie systematisch zu ergänzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deshalb haben wir die in den letzten Jahren verschiedenenorts zu beobachtenden existentiellen Gefährdungen von Archiven und Bibliotheken mit großer Besorgnis registriert und sind wiederholt mit Appellen an die zuständigen Behörden herangetreten. Nunmehr mußten wir zur Kenntnis nehmen, daß dem Archiv des Demokratischen Sozialismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung e.V. ebenfalls die Fördermittel entzogen werden. Da wir die Arbeit dieses Archivs aufmerksam verfolgt und die von ihm herausgegebenen Findbücher regelmäßig rezensiert haben, können wir uns dafür verbürgen, daß mit den bislang gewährten Fördermitteln eine solide und professionelle archivische Arbeit geleistet worden ist. Die inzwischen publizierten Findbücher zeichnet hohe Aktualität und ein vorbildliches Niveau aus. Herr Bundestagspräsident, wir ersuchen Sie eindringlich, die Entscheidung des zuständigen Haushaltsreferates noch einmal überprüfen zu lassen, zumal unseres Erachtens der Entzug der bisher gewährten Fördermittel dem Prinzip der Gleichbehandlung aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien und Abgeordneten widerspricht. In der Hoffnung, daß Sie den Fortgang der Arbeiten im Archiv des Demokratischen Sozialismus ermöglichen werden, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen Die Jahreshauptversammlungdes Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung(Dieses Schreiben wurde am 24. April 2004 einstimmig angenommen.) Im Auftrage Prof. Dr. Günter Benser (Vorsitzender) Mitteilungen des Förderkreises Nr. 26. zurück nach oben Anmerkungen und Vorschläge zur Perspektive der ITH(Aufgefordert durch die Generalversammlung – siehe vorliegendes Heft: Konferenzbericht, S. 17; Geschäftsbericht, S. 23 – hat unser Vorstand der ITH folgende Stellungnahme übermittelt) Generelle ErwägungenEine traditionsreiche wissenschaftliche Unternehmung wie die ITH mit einer vier Jahrzehnte währenden wechselvollen Geschichte sollte ihre Existenz nicht ohne äußerste Not selbst in Frage stellen. Denn eine Auflösung wäre ein irreversibler Entschluß. Zumindest sollte eine solche Entscheidung so lange wie irgend vertretbar aufgeschoben werden. Dies gilt um so mehr, wenn – wie im Falle der ITH – über das rein wissenschaftliche Anliegen hinaus auch aus den Traditionen der Arbeiterbewegung herrührende sozialpolitische und interkulturelle Ziele und Anliegen verfolgt werden. Die ITH behandelt inhaltliche Gegenstände, die sonst verwaisen oder doch in der für die ITH spezifischen Weise nicht debattiert und publiziert würden, wie das für die historischen und aktuellen Probleme der Arbeiterbewegung zutrifft. Die ITH zeichnet sich dadurch aus, daß sie im Unterschied zu den meisten vergleichbaren wissenschaftlichen Zusammenkünften einen kontinuierlichen kollegialen Zusammenhalt von Sozialwissenschaftlern repräsentiert, der auch über die jährlichen Linzer Konferenzen hinaus wirkt und in der Wissenschaftslandschaft seinesgleichen sucht. Die ITH sollte darüber nachdenken, inwieweit ihr die Erweiterung der Europäischen Union neue Aufgaben stellt, zugleich jedoch auch neue Möglichkeiten eröffnet. Mit dem „Kollaps des Realsozialismus“, mit der Übertragung der westlichen kapitalistischen Marktwirtschaft und der parlamentarischen Repräsentativdemokratie auf die Länder des aufgelösten Ostblocks sind keineswegs alle West-Ost-Gegensätze und historisch gewachsenen Unterschiede weggefallen. Die Tauglichkeit westeuropäischer Modelle als Lösung aller in den ehemaligen Ostblockländern angestauten Widersprüche ist keineswegs erwiesen, jedenfalls nicht in der oft unterstellten Allgemeingültigkeit. Bisher hat die ITH diese Problematik nur peripher und dann überwiegend als Außensicht oder als Sicht von Regimeopfern thematisiert. Hier tut sich jedoch ein weitaus umfassenderes Untersuchungsfeld auf, dessen Bedeutung mit der EU-Osterweiterung steigt und an dessen Bearbeitung die EU (vielleicht auch fördernd) interessiert sein könnte. Aus diesen und anderen Gründen sollten keine übereilte Entscheidung über die Auflösung der ITH getroffen werden. Inhaltliche und thematische GesichtspunkteEs ist richtig, daß die ITH mit dem Ende des kalten Krieges und mit den um die Jahrtausendwende deutlich in Erscheinung getretenen zeitgenössischen politischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungstrends vor neue Herausforderungen gestellt war. Auch erwies sich die Schlußfolgerung, daß eine Internationalisierung, Feminisierung und Verjüngung der ITH vonnöten sei, als zutreffend. Wie hoch oder niedrig die hierbei erreichten Fortschritte von einzelnen bewertet werden mögen, so steht doch zweifelsfrei fest, daß es Fortschritte gibt: • Die Themen der letzten und der geplanten Konferenzen zeichnen sich durch einen hohen Grad der Verbindung von Grundsätzlichem und Aktuellem aus. • Die Zusammensetzung der Konferenzteilnehmer hat sich dahingehend verbessert, daß ein produktivere Verbindung zwischen den die Kontinuität der ITH repräsentierenden Teilnehmern und den für die jeweiligen Themen gewonnenen Referenten und Hörern erreicht wurde. • Personell und in der Thematik der Konferenzbeiträge hat es die ITH durchaus vermocht, internationalen, ja interkontinentalen Ansprüchen zu genügen. Daß hier von den finanziellen Möglichkeiten her Grenzen gesetzt sind, muß und kann respektiert werden. Allerdings ist nicht nur Afrika erheblich unterrepräsentiert, sondern auch die Region Osteuropa (ehemalige Ostblockstaaten). Das wirft die Frage auf, ob nicht Anfang der neunziger Jahre einige Weichen falsch gestellt worden sind. • Auch bezüglich der Feminisierung sind zweifellos Erfolge zu verzeichnen. War die Genderfrage ursprünglich eine erst nach mehreren Anläufen auf die Tagesordnung zu bringende Thematik, so durchzieht sie zunehmend alle Konferenzen als ständige Fragestellung. Der Anteil der Rednerinnen (sowohl mit angemeldeten Beiträgen als auch in der freien Diskussion) dürfte im Schnitt den vieler vergleichbarer Konferenzen übersteigen. Jedoch zeigen sich Unterschiede, die vor allem durch die Konferenzthemen und die Intentionen der jeweiligen Vorbereitungsgruppe bedingt sein dürften. 1 • Wenn die Zahl der Teilnehmer aus jüngeren Jahrgängen – dem Augenschein nach - auch nur geringfügig gestiegen ist, so ist dennoch auch auf diesem Feld ein Anfang gemacht, der gewiß ausbaufähig ist. Vorschläge zu Organisation und Finanzen Ohne Zweifel ist die absehbare Erschöpfung der finanziellen Reserven der ITH ein überaus ernst zu nehmendes Problem. Wenn sich die Reserven der ITH dem Punkte Null nähern, ist ihr Ende tatsächlich unausweichlich. Bis dahin gibt es indes noch Handlungsräume, über deren Optimierung nachzudenken wäre. Dabei sollte nicht ausgeschlossen werden, daß sich bei Fortexistenz der ITH um ein weiteres Jahrzehnt die Bedingungen für die Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen und Konferenzen auch wieder verbessern könnten. Vor einer gänzlichen Beendigung der Tätigkeit der ITH sollten Übergangslösungen erwogen werden, mit denen sich – in der Hoffnung auf bessere Zeiten – die Fortexistenz der ITH verlängern läßt. • Zu prüfen wäre, ob die Möglichkeiten der Einwerbung von Drittmitteln schon ausgeschöpft sind. Hier böte sich evtl. ein Erfahrungsaustausch mit der IALHI an, die unseres Wissens für ihre Tagungen regelmäßig Zuwendungen erschließt. Da es womöglich die Kraft des Sekretariats der ITH übersteigt, diese Aufgabe auch noch in Angriff zu nehmen, sollte unter Umständen eine spezielle ständige Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden. • Nachzudenken wäre über Kostenersparnisse durch einen (hoffentlich zeitweisen) Übergang zu einem Zwei-Jahres-Rhythmus in der Einberufung der Linzer Konferenzen. • Notfalls böte sich auch ein (hoffentlich zeitweiser) Rückzug auf eine europäische Dimension der Linzer Konferenzen oder zumindest eine Einschränkung der von der ITH zu finanzierenden Teilnehmer aus Übersee an. • Vielleicht ließen sich auch mehr Teilnehmer (vor allem Redner) gewinnen, deren Institutionen die Kosten einer Konferenzbeteiligung zu tragen vermögen. Schließlich sollte die ITH ernstliche Anstrengungen unternehmen, um wieder größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und mehr Publizität zu erreichen. Hier sind alle Mitgliedsorganisationen gefordert. Zum Beispiel sorgt unserer Förderkreis alljährlich für je einen Bericht in der Tageszeitung „Neues Deutschland“, im „JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ und in den „Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung“. Auch andere Mitgliedsorganisationen sollten prüfen, ob sie ihre diesbezüglichen Möglichkeiten ausschöpfen. Mitteilungen des Förderkreises Nr. 25. zurück nach oben Zum Krieg im IrakDie Jahresversammlung beschloß einstimmig, aus dem mündlichen Kommentar des Vorsitzenden zum Geschäftsbericht für das Vereinsjahr 2002 folgenden Auszug zu veröffentlichen: Unser Verein – sein Name weist es aus – sieht sich in einer doppelten Verpflichtung: zum einem gegenüber Archiven und Bibliotheken, zum anderen gegenüber der Geschichte der Arbeiterbewegung. Diese Arbeiterbewegung ist von ihren Wurzeln her zugleich Friedensbewegung, so jedenfalls hatte sich die I. Internationale positioniert, und so agierte deren stärkste Sektion - die deutsche Sozialdemokratie – im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871. Abweichungen von diesen Prinzipien sind der Arbeiterbewegung nicht gut bekommen. Und so können wir wohl - selbst angesichts des überparteilichen Charakters und der breiten Fächerung unseres Vereins - nicht so tun, als ob uns der Krieg unserer Tage, der völkerrechtswidrige Krieg im Irak, rein gar nichts anginge. Dieser Krieg hat nicht nur seinen durch nichts zu rechtfertigenden erheblichen Blutzoll gefordert. Er hat überdies ein Chaos hinterlassen, das noch so manchem Menschenleben ein vorzeitiges Ende setzen, das die Zahl der Kranken und der Krüppel erschreckend vermehren wird. Für uns, die wir um die Bewahrung und Pflege der Überlieferungen der jüngeren Geschichte besorgt sind, ist schon der Gedanke unerträglich, daß unersetzliche Zeugnisse aus der Wiege der Menschheitskultur unter den Augen der amerikanischen Besatzungstruppen der Plünderei und dem Vandalismus zum Opfer gefallen sind, während ein wohlbehütetes Ölministerium schadlos alle Wirren des Krieges und des Machtvakuums überstanden hat. Das verheißungsvoll eingeläutete neue Jahrtausend wurde mit einem Präventivkrieg der einzig übriggebliebenen Supermacht eröffnet. Die Vereinten Nationen sehen sich als wichtigste Institution der Weltgemeinschaft in Frage gestellt. Kriege, deren Ächtung als Schlußfolgerung aus zwei verheerenden Weltkriegen zum Konsens der zivilisierten Menschheit geworden war, werden wieder als Mittel der Politik propagiert und geführt. Das können wir nicht gutheißen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, daß sich so manches Mitglied unseres Vereins aktiv an den Protesten gegen den Krieg im Irak beteiligt hat und das gewiß nicht aus Sympathie für Saddam Hussein und sein brutales diktatorisches Regime. Sie haben damit auch im Sinne unserer Gemeinschaft gehandelt. So steht es auch dieser Jahresversammlung gut zu Gesicht, unsere Ablehnung von Kriegen und Aggressionen, unser Verbundenheit mit der weltweiten Friedensbewegung zu bekunden. Mitteilungen des Förderkreises Nr. 24. zurück nach oben Staatliche Gesellschaftspolitische Bibliothek in Moskau gefährdetDer Förderkreis richtete folgendes Schreiben an die Direktorin Irina Borisovna Zwetkova: Unser Förderverein hat zur Kenntnis nehmen müssen, daß der Fortbestand der Staatlichen Gesellschaftspolitischen Bibliothek in Moskau nicht mehr gesichert ist. Da unser Verein gegründet wurde, als die ostdeutschen Archive und Bibliotheken schlimmen Gefährdungen ausgesetzt waren, können wir uns gut erinnern, wie notwendig in bestimmten Situationen das Engagement von Historikern, Archivaren und Bibliothekaren des In- und Auslandes sein kann. Zahlreiche unserer Mitglieder kennen den Bestand dieser wertvollen Moskauer Bibliothek, weil sie als Forscher oder Übersetzer zu unterschiedlichen Zeiten mit den dort gesammelten - für wissenschaftliche Recherchen unverzichtbaren - Büchern und Broschüren gearbeitet haben. Sie wissen auch die Sachkompetenz des Bibliothekspersonals zu schätzen. Wir meinen, das Ministerium für Kultur der Russischen Föderation trägt nicht nur gegenüber der eigenen, sondern auch gegenüber der internationalen Kultur und Wissenschaft eine hohe Verantwortung dafür, daß diese Bibliothek arbeitsfähig bleibt, daß ihre reichen Bestände weiter gepflegt werden und den Benutzern wie bisher zu Verfügung stehen. Unseres Wissens bewegt sich diese Institution der internationalen Sozialwissenschaften ohnehin an der unteren Grenze der unerläßlichen materiellen und finanziellen Ausstattung. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, keine weiteren Abstriche zuzulassen. Das Ministerium für Kultur darf diese Bibliothek nicht in eine ungewisse Zukunft entlassen, in der es keine Garantien für den Fortbestand und die Pflege dieses in seiner Art einmaligen Bibliotheksgutes gibt. Mitteilungen des Förderkreises Nr. 23. International Conference of Labour and Social History. Im Schreiben an die ITH wurde dies mit einem hier nicht wiedergebenen Diagramm belegt. zurück nach oben |